Eine Methode, die Stärken fördert
Die AFS-Methode wurde Anfang der 1990er-Jahre von Dr. Astrid Kopp-Duller entwickelt und ist heute Grundlage der Ausbildungen am Ersten Österreichischen Dachverband Legasthenie. Sie versteht legasthene und dyskalkule Menschen nicht als „gestört" oder „schwach" — sondern als Menschen mit einer differenten Wahrnehmung, die ein eigenes pädagogisch-didaktisches Training benötigen.
„Legasthene Kinder denken anders — und brauchen ein Training, das ihre individuelle Wahrnehmung berücksichtigt." — Dr. Astrid Kopp-Duller
Drei Säulen, ein Training
Das Akronym A · F · S bezeichnet die drei Trainingsfelder, die in jeder Einheit gemeinsam berücksichtigt werden. Erst das Zusammenspiel macht das Training wirksam.
A — Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeitssteuerung ist die Grundlage. Übungen aus dem Bereich Aufmerksamkeit bereiten Kind oder Erwachsene darauf vor, sich überhaupt auf eine Lernaufgabe einzulassen.
F — Funktion
Hier wird die differente Wahrnehmung trainiert: optische Differenzierung, optisches Gedächtnis, optische Serialität — sowie die akustischen Pendants, dazu Raumorientierung und Körperschema.
S — Symptom
Symptomtraining bedeutet die direkte Arbeit am Schreiben, Lesen oder Rechnen. Im Bereich Legasthenie wird in den drei Dimensionen Wortbild · Wortklang · Wortbedeutung gearbeitet — sie bilden die zweite Trias der Methode.
Wortbild · Wortklang · Wortbedeutung
Diese drei Dimensionen entsprechen den verschiedenen Verarbeitungsebenen eines Wortes:
- Wortbild — die visuelle Gestalt eines Wortes, wie es geschrieben aussieht.
- Wortklang — die akustische Form, wie es klingt und wie sich seine Laute zusammensetzen.
- Wortbedeutung — der Inhalt, der semantische Gehalt.
Ein gutes Symptomtraining berücksichtigt alle drei Ebenen — und greift dabei auf Übungen aus den Bereichen Funktion und Aufmerksamkeit zurück.
Sprache, die respektiert
Wir sprechen von legasthenen und dyskalkulen Menschen — nicht von einer „Schwäche" oder „Behinderung". Wir sprechen von Training — nicht von „Therapie". Und wir sprechen von individueller Förderung — weil jedes Kind, jeder Mensch eigene Voraussetzungen mitbringt.
Zum Weiterlesen: die Bücher von Dr. Astrid Kopp-Duller
Die AFS-Methode ist in einer ganzen Buchreihe ausgearbeitet — vom Grundlagenwerk bis zum Praxisbuch für das Training. Alle Bücher sind im EÖDL-Verlag erschienen und im Lernsoftware-Shop erhältlich. Mehrere Titel entstanden gemeinsam mit der Co-Autorin Dr. Livia R. Pailer-Duller.
Das Grundlagenwerk: die pädagogische Definition, differente Sinneswahrnehmungen und der Weg zum gezielten Training.
Im Shop ansehen →Der Klassiker zum Einstieg: erkennen, verstehen und helfen — auf pädagogischer Ebene, ohne Krankheitsdenken.
Im Shop ansehen →Das Praxisbuch zum Legasthenietraining: vom AFS-Test bis zu konkreten Übungen in allen drei Säulen.
Im Shop ansehen →Das Pendant für den Rechenbereich: Dyskalkulie erkennen und nach der AFS-Methode trainieren.
Im Shop ansehen →Warum Englisch legasthenen Menschen besonders schwerfällt — und wie das Training gelingt.
Im Shop ansehen →Für Erwachsene, die ihre Legasthenie verstehen und gezielt an Schreiben und Lesen arbeiten wollen.
Im Shop ansehen →Rechenprobleme sind keine Dummheit: Wege für Erwachsene mit Dyskalkulie.
Im Shop ansehen →Das Nachschlagewerk für TrainerInnen: Grundlagen, Diagnostik und Förderpraxis.
Im Shop ansehen →Früh ansetzen: Sinneswahrnehmungen spielerisch fördern, bevor Schreiben, Lesen und Rechnen beginnen.
Im Shop ansehen →Die Reihe gibt es auch international: Dyslexia – Dyscalculia !? (English) · ¿¡Dislexia – Discalculia!? (Español). Weitere Titel aus dem EÖDL-Verlag — etwa Mein Lesebuch mit 20 Vorlese-Geschichten — finden sich im Lernsoftware-Shop.